„Über 7 Brücken musst Du geh’n, um Deine Geschichte zu versteh’n.“

 

In der Abwandlung des Songtitels von Peter Maffay und der Gruppe Karat liegt ein spielerischer und faszinierender Ansatz, der bei der Suche nach der eigenen Geschichte erstklassige Dienste leistet. Wer der Neugier folgt und einen Rückblick wagt, wird womöglich eine bis dato unbekannte Draufsicht auf Erlebtes feststellen …

Sieben x Sieben ist nicht immer feiner Sand

Schon der griechische Philosoph Solon (640 – 560 v. Chr.) hat mit einer intensiven Betrachtung der Zahl Sieben den Ablauf eines Menschenlebens in Sieben-Jahresperioden beschrieben. Er war überzeugt davon, dass die ersten sieben Lebensjahre den Grundstein in der individuellen Entwicklung einer Person legen. In dieser Phase sind wir abhängig von einer Versorgung durch andere, gleichzeitig erfahren wir im Bezugsfeld der Familie Liebe und Geborgenheit. Im Idealfall entsteht ein Urvertrauen, das uns für das gesamte Leben stark macht. Mit dem Zahnwechsel um den 7. Geburtstag, erleben die Kinder dann einen ersten Bruch und den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt. Dieser ist geprägt durch einen Prozess der Ablösung und dem Umgang mit bis dahin unbekannten Herausforderungen. Gleichzeitig geht er einher mit dem Schritt aus dem behüteten familiären Umfeld heraus. Dieser Zeitraum endet um den 14. Geburtstag herum und stellt sich oft als herausfordernde Entwicklung für alle Beteiligten dar. Notwendige Lösungsansätze prägen Umbrüche im Alltag und erzwingen Konfrontationen, die es zu meistern gilt.

Im dritten Drittel des ersten 7ener Kapitels, in den Jahren von 14 bis 21, siegt in den mehrheitlichen Fällen die menschliche Neugier. Es ist die Zeit des großen Ausprobierens, sie ist geprägt von nahezu grenzenlosem Freiheitsdrang. Viele verlieben sich zum ersten Mal richtig: in Menschen, Ideen und Visionen. Nichts scheint unmöglich.

In Sieben-Meilen-Stiefeln zur inneren Weisheit

In den folgenden 7er „Paketen“, 21 bis 42 bzw. 42 – 63 wiederholen sich energetisch die ersten drei Jahrsiebtel. In diesenJahren spielen Themen wie Suchen und Finden, Bewährung sowie Reflexion und Abgrenzung immer wieder eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt massiv spürbar in der 7ener Einheit, um das 49. Lebensjahr. Es ist Zeit für eine neue Standortbestimmung. Die Fragen „Wo stehe ich? Was habe ich geleistet? Wo will ich noch hin?“ sind präsenter Bestandteil dieses Abschnitts. Begriffe wie Midlife Crisis und Wechseljahre prägen Privat- und Berufsleben. Möglicherweise kommt es zu einem massiven Bruch in Lebensformen, Familienkonstellationen und in Gesundheitsfragen.

Sieben auf einen Streich

In den folgenden Jahren entwickeln sich Themen wie Weitblick, Leichtigkeit und Erneuerung. Der Eintritt in das Rentenalter um 63 stellt viele wieder vor einen Neuanfang, der jedoch auch neue inspirierende Impulse bereithält. Gleichzeitig nimmt für einige die Rückschau in vergangene Zeiten Fahrt auf. Es fällt der Blick auf Kindheit und Jugendzeit, auf gelebte Beziehungen, das Heranwachsen der Kinder und Enkelkinder. In manchen wächst der Wunsch, Erinnerungen aufzuschreiben. Und die eigene Lebenserfahrung als Schatz zu betrachten, den niemand mehr nehmen kann. Eine gewisse Weisheit und Milde stellt sich ein. Die Zeit des Kämpfens und Drängens ist vorbei, sie weicht philosophischen Einsichten.  Versöhnung und Nachsicht mit sich selbst und mit anderen darf geschehen. Und wenn den Menschen mit Beginn und Ende des 80-ten Lebensjahres Begriffe wie Loslassen und Zufriedenheit begegnen, findet der Rückblick auf das gelebte Leben in Demut und Dankbarkeit einen wundervollen Abschluss.

Sieben Zwerge im verflixten 7.Jahr

Aber nicht nur Philosophen und Anthroposophen haben uns faszinierende Einblicke in die Präsenz der Zahl 7 gegeben. Auch renommierte Wissenschaftler stimmen zu, dass sich bestimmte Abläufe im Körper regelmäßig in einem Zeitraum von etwa sieben Jahren wiederholen, wie zum Beispiel die Erneuerung von körpereigenen Zellen. Ebenfalls fesselnd ist die Tatsache, wie oft uns die Zahl Sieben im Alltag begegnet. Unsere Woche hat sieben Tage, der Regenbogen besteht aus sieben Farben, der Mond tritt alle sieben Tage in eine neue Phase ein. Wir kennen sieben Weltmeere, beschweren uns über das verflixte 7. Ehe-Jahr, staunen über sieben Weltwunder und erzählen von sieben Zwergen im Märchen.

Wandlung und Reflexion – die Basis für Deine Geschichte

Die Zahl Sieben gilt als eine Zahl der Wandlung. Immer wieder taucht sie in unterschiedlichen Religionen und Lebensbereichen auf, meist ist sie sogar heilig. Oft steht sie in Verbindung mit Veränderung. Und was könnte für eine gute Geschichte inspirierender sein als das Erleben und Durchlaufen einer Wandlung? Sei es in der Persönlichkeit eines Menschen, in seiner Beziehung, im Bewältigen eines schwierigen Prozesses oder in der gelungenen Überwindung einer Krise?

Die besten Geschichten schreibt das Leben. Du selbst hast es in der Hand, diese zu erzählen. Um eine ganz persönliche Botschaft mitzuteilen und sie gleichzeitig zu bewahren. Für Dich, Deine Familie und alle, die sich damit identifizieren.

Sonja Lehmann

Fotos: Pixabay

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