Glück durch Urvertrauen

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Irgendwo im Süden Afrikas…Beim Einsteigen in einen öffentlichen Bus quetsche ich mich an den verschiedensten Mitfahrern vorbei. Bunt gemischt drängen sich Männer und Frauen, Kinder, Studenten und Besucher aus aller Welt. Sie spiegeln besser als jedes Lexikon die Verschiedenheit dieses Landes wieder, repräsentieren in realen Personen dessen immense Vielfältigkeit. Fasziniert beobachte ich eine Frau, die ihr Kleinkind auf dem Rücken trägt, fest verzurrt mit einem farbenfrohen lila Tuch. Sie hatte sich durch das Gedränge bereits ein Stück weit in Richtung Türe gekämpft und wartete nun anscheinend auf den nächsten Stopp, um auszusteigen und wieder in ihre eigene Welt einzutauchen. Mein Blick haftet an ihrem kleinen Baby, das geborgen und sicher am Rücken liegt. Der Körperkontakt zur Mutter, die direkte Übertragung der Atemzüge und der ihm seit der Geburt vertraute Geruch, erschaffen eine Art Kokon, in dem das Kleine sicher und mit all seinen Sinnen mit der Frau verbunden ist. Ein neugieriger kurzer Blick aus den großen dunklen Augen begegnet mir, bevor nach einem tiefen Seufzen der kleine linke Daumen kurz in den Mund wandert. Nach ein paar Minuten entspanntem Nuckelns, übermannt der Schlaf das Kind und es merkt nicht einmal mehr das ruckartige Bremsen vor der nächsten Haltestelle.

Einmal mehr frage ich mich ob wir uns hier in unserer scheinbar so perfekten Welt nicht viel mehr wieder auf den wahr-„haft“-igen Kontakt zu anderen Menschen besinnen sollten. Eine kleine Geste echter Aufmerksamkeit, ein freundliches Berühren am Arm oder eine herzliche Umarmung lassen uns wirklich spüren, dass man nicht alleine ist. Die Zuversicht jemandem nah zu sein und das Wissen, dass das Herz des anderen für Dich schlägt ist heilsam und macht stark. Da wäre ein bisschen mehr „Afrika-Feeling“ oft einfacher und leichter zu vermitteln als es die oft schwierige Suche nach echter Wärme in unserer westlichen europäischen Welt ist.

Sonja Lehmann

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