Deine Zeilen am Strand…

 

shells-792912_1280 Kopie…die ich gestern noch fand. Habe ich heute geschrieben, mit einem Holzstöckchen in Sand…

Wer von euch hat nicht schon einmal davon geträumt, berührende Momente aus den schönsten Tagen des Jahres für immer festzuhalten? Und nicht als ein in den Sand gekritzeltes Wort, das von der nächsten große Welle auf nimmerwiedersehen fortgespült wird…

Wenn man Glück hat, kommen einige (Handy)Fotos diesem Wunsch sehr nahe. Kann man aber ein kleines Büchlein aus der Nachttisch Schublade ziehen und in jene Texte eintauchen, die einen wieder und wieder in diese Zeit entführen, dann das ist echte Magie.

Weisst Du noch als wir…?

War es die erste große Liebe, die uns im Urlaub begegnet ist? Die uns Tage voller Glück, aufregender Entdeckungen und romantischer Momente beschert hat? Oder erinnern wir uns an die erste Reise, die wir alleine, ohne Familie oder Freunde unternommen haben? Um uns zu beweisen, wie cool und unabhängig man war und uns Gelegenheiten eröffnet hat, fremde Länder und ihren Menschen voller Neugier zu begegnen? Oder schmunzeln wir, wenn wir daran denken, was für ein abenteuerliches Unterfangen die erste Reise mit dem Nachwuchs war. Wie Gepäck und andere Utensilien das Fahrzeug in ein rollendes Versorgungslager verwandelt haben, und schon nach 15 Minuten Autofahrt die Frage kam, die alle Eltern fürchten: „Wann sind wir endlich da???…“

 

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Aufschreiben und mit berührenden Geschichten Gutes tun

Im digitalen Zeitalter geht alles schnell. Die Bestellung im Onlineshop, der Download von Informationen und Musik, oder die Anmeldung im Fitnessstudio. Die Sehnsucht nach Entschleunigung wächst. Immer mehr Menschen klinken sich immer öfter aus dem dauerhaft aktualisierten Nachrichtenstream, oder den unendlichen Online-Einkaufsoptionen aus. Stattdessen tauchen sie ein in die Lesewelt von früher. Magazine, die unsere Sinne ansprechen, verzeichnen steigende Auflagen, das Buch als Strandlektüre läuft dem digitalen Leseerlebnis langsam wieder den Rang ab. Man will wieder fühlen was man liest, Eselsohren und Kaffeeflecken auf den spannendsten Seiten hinterlassen.

Neugierig dem Spaß am Schreiben begegnen

Aber warum dann noch selbst schreiben? Sich die Mühe machen, die richtigen Worte zu finden? Die Erinnerung an Schulaufsätze zum Thema  Mein schönstes Ferienerlebnis überwinden?

Eigene Gedanken, Erinnerungen und persönliche Gefühle in einen Text einfliessen zu lassen, sind wunderbare Möglichkeiten, sich neu zu entdecken. Sich über manches klar zu werden, wenn man es ausformuliert. Dinge zu verarbeiten, die einen lange schon beschäftigen. Oder einfach nur die kleinen und großen Wunder in unserem  Leben festhalten. Lebensabschnitte zu beschreiben, die hinter oder vor einem liegen. Zeit zu investieren in Projekte, die Bestand haben. Für sich selbst oder für die Menschen, die wir lieben.

Nach dem Urlaub die schönsten Erinnerungen festhalten

IMG_1552Ab September bietet das aktuelle Angebot verschiedener Schreibkurse neue Gelegenheiten, auch Eure Geschichten in bildhafter Sprache wiederzugeben. Im Kreativschreibkurs schreiben wir gemeinsam das auf, was Euch bewegt. Mit hilfreichen Elementen aus dem Schreibhandwerk lernt Ihr, wie es gelingt, über einen Handlungsentwurf eine mögliche Geschichte zu erschaffen. Im spielerischen Umgang mit Erzählfiguren, Krise und Plot, Dialogen, Erzählaufbau und Perspektive wird die Kraft der visuellen Poesie für die Teilnehmer Wirklichkeit.

 

Reserviert Euren persönlichen Platz und lasst uns zusammen die Magie der Wörter und unserer Sprache entdecken.

Ich wünsche Euch eine wunderbare unvergessliche Ferienzeit!

Sonja Lehmann

Die Wortmalerin

Fotos: Pixabay, Sonja Lehmann

 

 

 

 

 

 

Zapfenstreich

Feiner Pulverschnee verzuckert die Landschaft und klirrende Kälte sorgt dafür, dass die gefrorenen weißen Kristalle Dörfer und Hügel in eine märchenhafte Schneelandschaft verzaubern.

Kaum jemand ist an diesem frühen Morgen unterwegs, als ein sportlicher junger Mann seine Skiausrüstung packt. Er möchte heute der einzige sein, der auf seinem Hausberg Spuren im Schnee hinterlässt. Noch fast im Dunkeln geht er los. Nach einigen Kurven, zweigt er am Felsblock oberhalb des Wiesenhangs ab, von wo er in regelmässigen Kehren nach oben steigt. Bald wird ihm warm und er schiebt die Ärmel seiner Jacke ein Stück hoch. Blasse Winterhaut zeigt sich zwischen Handschuhende und Anorakärmel. Es wundert ihn nicht, dass sich plötzlich die Haare auf seinem Arm aufstellen, es hat immerhin noch Minusgrade. Erst als sein Herz deutlich stärker zu klopfen beginnt, bleibt er stehen. Es breitet sich nun zusätzlich eine Gänsehaut von den Armen über seinen ganzen Körper aus. Eine dicke graue Wolke zieht auf und er sieht nach wenigen Sekunden keinen Meter mehr, so dichter Nebel umhüllt ihn. Die Schneedecke unter seinen Skiern vibriert, ächzend und donnernd teilt sich der Boden unter ihm, als wolle ihn der Berg verschlingen. Er rutscht in die Tiefe, findet nirgendwo Halt, seinen gellenden Schrei hört dabei niemand. Spiralförmig stürzt er nach unten, Sekunden des Falles erscheinen ihm wie Stunden und er sieht sein Leben in Zeitlupe an sich vorüberziehen. „Das war`s dann wohl“, denkt er noch, dann prallt er mit dem Kopf auf.

Augenblicke später, kommt er benommen und mit dröhnenden Kopfschmerzen zu sich und versucht, sich aufzurichten. Etwas Feuchtes rinnt über sein Gesicht und am Haaransatz kitzelt etwas. Mit der Hand fährt er dort entlang und wischt kleine schwarze Ameisen weg, die von links nach rechts über seine Stirn marschieren. Vorsichtig öffnet er die Augen und blinzelt in grelles Sonnenlicht. Er sieht an sich hinunter – keine Spur von Winterkleidung. Im Gegenteil, er trägt ein weißes kurzärmliges T-Shirt und khakifarbene Shorts. Seine Füße stecken nicht in Skischuhen, sondern in poppigen Flipflops. Und die Tropfen stammen von einer Wasserflasche, die ein junges Mädchen direkt über ihm ausleert. „Ich hab Dir doch gesagt, dass Du feste Schuhe anziehen sollst!“, meckert sie. Kein Wunder, dass Du beim Fotografieren umknickst, wenn Du keinen Halt hast. „Jetzt sind sie gleich weg, wegen Dir!“

„Wer ist weg? Und wo sind meine Ski?“, setzt der junge Mann dagegen und erntet ein höhnisches Lachen. „Ski? Ich glaube, Du spinnst komplett! Lass das mit den afrikanischen Drinks, wenn Du sie nicht verträgst! Steh auf, wir müssen uns beeilen, der Jeep wartet!“ sagt sie und sprintet zu einem weißen Geländefahrzeug, das unter einem dürren Baum mit laufendem Motor offensichtlich auf sie wartet. Kopfschüttelnd und seine Glieder sortierend, rappelt er sich auf und versucht zu verstehen, was passiert ist. Sengende Sonne treibt ihm weitere Schweißperlen aus den Poren. Er klopft sich den Staub aus der Kleidung und sieht sich um. Tatsächlich liegt vor ihm die afrikanische Savanne und aufgeregt winkende Menschen machen ihm deutlich, dass er zu ihnen zum Auto kommen soll. Kopfschüttelnd trottet er los. Sein linkes Bein schmerzt höllisch und fast knickt er wieder um. Sein Zeh stößt an einen großen braunen Zapfen, der auf dem staubigen Boden liegt. „Einen Moment“, wirft er den anderen zu. „Das ist ein Tannenzapfen! Wie kann das sein? Es gibt hier doch nur ein paar vertrocknete Sträucher“, murmelt er und bückt sich, um danach zu greifen. Hörbar zieht er die Luft ein, als beim Aufheben die scharfe Kante der ersten Schuppenreihe einen tiefen Schnitt in seinen Finger zieht. Benommen geht er in die Hocke und steckt den blutenden Daumen in seinen Mund.

„Rote Farbe auf weißem Grund, wir sind doch nicht in Österreich! Du hast immer gesagt, dass blaues Blut in Deinen Adern fließt. Jetzt ist klar, dass das auf jeden Fall gelogen war! Komm her, ich habe ein Pflaster für Dich. Du versaust hier noch den wunderbaren weißen Schnee!“, schimpft die Stimme aus dem Off. Und wieder schlägt der junge Mann die Augen auf. „Ich muss zum Jeep, die warten auf mich“, flüstert er. „Jeep? Nein, da verwechselst Du was. Das einzige, wo Du hin musst, ist das Akja vor Dir. So wie es aussieht, hast Du unglaublich großes Glück gehabt. Wir haben Deinen Rucksack unterhalb des einzigen Felsens am Wiesenhang entdeckt, nachdem Dein Hund bei mir Alarm geschlagen hat. Anscheinend bist Du mit einem Schneebrett abgerutscht und hast Dir den Kopf gestoßen. Daher das Blut und Deine wirren Gedanken. Das kommt davon, wenn man meint, alleine auf den Berg gehen zu müssen. Hätte Dein Hund nicht zu Hause gespürt, dass etwas nicht stimmt und wäre Dir hinterher gelaufen, könnte es jetzt gut sein, dass Du statt in einem Jeep auf einer Wolke sitzt und von oben auf die Erde schaust!“. Der Mann von der Bergwacht, packt alles zusammen und bringt den jungen Sportler sicher ins Tal und nach Hause. Ein gebrochenes Bein und eine massive Gehirnerschütterung werden in den nächsten Tagen dafür sorgen, dass sich malerische Bilder des europäischen und afrikanischen Kontinents höchstens auf dem Display seines Handys und im Fernsehen zeigen.

Obwohl, wer weiß das schon so genau. Seit diesem Vorfall mehren sich Aussagen darüber, dass Wissenschaftler eine seltene Ameisenart in den bayerischen Voralpen entdeckt haben. Parallel schwärmen Botaniker in Tansania und Kenia von einer neuen Pflanzenspezie. Eine überaus robuste, wasserspeichernde und tannenzapfenähnliche Frucht macht dort Furore und wird in speziell dafür ausgewählten Plantagen gehegt und gepflegt. Wie man erzählt, soll sie den Namen Pinecone Prank, dtsch. Zapfenstreich, tragen…

Die Wortmalerin

Fotos: Sonja Lehmann, Unsplash, Patrick Hendry 473253,

Glitzer, Glimmer, Glücksmomente – oder die etwas andere Idee zum Fest

Es blinkt und glitzert überall. Aufpoliert und funkelnd liefern sich Gold, Silber und Edelsteine im Wettstreit um die größere Aufmerksamkeit und den kaufkräftigsten Kunden ein Kopf an Kopf – Rennen. Übermächtig soll es werden, das Verlangen nach einzigartigem Geschmeide und dem Streben, einem geliebten Menschen seinen Herzenswunsch zu erfüllen…

Dabei ist  Ich brauch nix wohl die häufigste Aussage im Familienkreis, wenn nach Weihnachtswünschen gefragt wird. Ich hab auch nix, wäre meist die ehrliche Antwort dazu. Ein Schmuckstück der besonderen Art, hochkarätig in anderer Art und Weise, könnte da die Lösung sein.

Retro statt Metro

Weihnachten ist Nostalgie. Weihnachten ist retro. Und das ist gut so. Wann sonst im Jahr tauchen so sicher mehr oder weniger deutliche Erinnerungen an frühere Zeiten auf? Spätestens am Abend des 24. Dezember schmuggeln sich Bilder von Tagen mit der Familie aus vergangenen Jahren zwischen die letzten Vorbereitungen. Glücklich schätzen kann sich derjenige, der sich persönlich mit anderen austauschen kann. Man lacht und erzählt zusammen, besondere Momente erwachen für eine kurze Zeit zum Leben.

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Festhalten statt vergessen

Wie wäre es, wenn man auch an all den anderen Tagen etwas in der Hand halten könnte, das die eigene Geschichte schwarz auf weiß zeigt? Statt dem goldenen Buch, aus dem der Nikolaus zitiert, könnte die eigene (Familien)Geschichte aufgeschlagen werden. Wie in einem Roman würden die einzelnen Überschriften der Kapitel einen Auszug aus der gemeinsamen Lebenszeit geben. Vielleicht zieht auch ein spannender Prolog den einen oder anderen Lesemuffel in den Bann und macht zum ersten Mal Lust, mehr als paar Zeilen in der Fernsehzeitschrift zu lesen. Tradition könnte zum Leben erweckt und gleichzeitig für alle dauerhaft festgehalten werden. Besonders im digitalen Zeitalter, in dem Informationen und Botschaften nur für einen kurzen Klick lang bestehen.

Halten Sie Ihre persönlichen Episoden, Anekdoten und einzigartigen Erlebnisse fest. Sowohl in unseren Schreibseminaren, als auch in individueller Einzelberatung, bieten wir für jedes Bedürfnis eine passende Lösung. Sie entscheiden, ob Sie eine Biografie schreiben oder nur einzelne Geschichten festhalten und aufschreiben möchten. 15168711_1260203217387166_7885429095701615125_oVielleicht träumen Sie schon lange davon, die „Saga“ Ihres Familienunternehmens zu verfassen? Oder Sie möchten in Eigenregie aber mit Unterstützung durch fachliche Kompetenz, für Sie wichtige Impulse notieren? Nutzen Sie unser Know-How und Schreibhandwerk und realisieren Sie Ihr vielleicht persönlichstes Projekt. Zum Verschenken, zum Behalten oder einfach zum Vorlesen. Und das nicht nur an Weihnachten, sondern wann immer Sie möchten.

Sonja Lehmann, Die Wortmalerin

Fotos: Unsplash, Johan Mouchet, Unsplash, Nick Karvounis